Ayurveda (आयुर्वेद)

Ayurveda ist Essen für die Seele. Auf jeden Fall mehr als Wellness und Massagen. Ernährung spielt eine wesentliche Rolle in der ayurvedischen Medizin. 2013 hatte ich viele Probleme mit dem Magen. Nun schaue ich, ob Ayurveda mir hilft.

Bis zu meinem 34. Lebensjahr hatte ich noch nie eine Diät gemacht. Ich war mit meinem Körper immer voll zufrieden. Ich kam mit 14 zu der Erkenntnis, dass Gewicht stimmungsabhängig ist (Stimmung schlecht = dick), und dass die Traumgewichte der Mädchen aus der Bravo (1,62 cm, 49 kg) nicht erreichbar - möglicherweise nicht einmal erstrebenswert waren. Also verbannte ich die Waage und verließ mich auf mein Gefühl.

Letztes Jahr führten die Diagnose Refluxkrankheit und Laktoseintoleranz dazu, dass ich meine Ernährung umstellte, in der Hoffnung, so die Medikation mit Protonenpumpenhemmern zu umgehen, die nicht gerade erfolgsversprechend war. Seit einigen Monaten verzichte ich auf Knoblauch, Tomaten und Schokolade. Nun auch auf Kaffee und Alkohol. Zum ersten Mal in meinem Leben halte ich Diät. Die wahrscheinlich wirksamste, die es gibt: Ich verzichte auf Genussmittel, esse früh zu Abend und bewege mich mehr (von irgendwo muss das Glücksgefühl ja kommen). Neuerdings stehe ich jede Woche einmal auf der Waage meines Fitnessstudios, damit ich sicher gehe, dass mein Gewicht nicht unter 52 kg fällt. Ich muss zugeben, das gefällt mir.

Mit Ayurveda hat all das auf den ersten Blick nur wenig zu tun. Nach Ausflügen zu Kochbüchern, die sich mit der Refluxkrankheit befassen, zu Blogs, die tolle Rezepte für Nahrungsunverträglichkeiten bieten (z.B. Kochtrotz), zur veganen Küche (immer hin war ich selbst lange Vegetarierin), war ich kürzlich bei einer ayurvedischen Ernährungsberatung. Ich hatte schon häufig Ayurveda-Tipps, die ich im Netz gefunden hatte, ausprobiert und festgestellt, dass diese vergleichsweise gut halfen (wie zB den Tag mit einem Glas warmem Wasser zu beginnen, um den Stoffwechsel anzuregen).

Ayurvedische Ernährungsberatung

Margit Witt-Horchler von Villa Veda bestimmte anhand von Fragebögen, durch Antlitzanalyse und im Gespräch meine Dosha-Konstitution und Disharmonien. Ayurveda geht davon aus, dass das, was wir essen unser körperliches Befinden und unser Lebensgefühl beeinflusst. Ayurveda wird gerne als die "älteste Medizin der Welt" bezeichnet. Wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit von Ayurveda belegen, gibt es allerdings kaum. Ayurveda ist vor allem Erfahrungswissen, Selbstbeobachtung spielt eine wesentliche Rolle: Ich finde heraus, was mir gut tut. 

Pakriti vs. Vikriti

Ayurveda unterscheiden zwischen der Grundkonstitution (Pakriti) und dem momentanen Zustand (Vikriti). Margit Witt-Horchler stuft mich als Vata-Pitta-Typ (Pakriti) ein, dessen Pitta-Energie aus dem Gleichgewicht gekommen ist - möglicherweise durch Vata (Vikriti). Vata beeinflusst auch die anderen beiden Doshas. Sie stellt mir in Aussicht, dass meine Beschwerden komplett verschwinden könnten, wenn die Doshas ins Gleichgewicht gebracht werden. Immerhin hätte ich die Beschwerden ja erst seit ca. 2 Jahren und nicht von Beginn an. Das klingt natürlich großartig! Sie rät mir, meine Ernährung für 8-10 Wochen erneut umzustellen. Viele der Tipps beherzige ich bereits, doch zukünftig heißt es erst einmal: Nein zu Kaffee. Verdammt. Wer einen Konstitutions-Test ausprobieren möchte, kann bei Banyan Botanicals schauen (auf Englisch). 

Wie es mir im Lauf der Zeit damit geht, könnt ihr hier verfolgen. Das heißt auch: Dies ist ein Experimentierfeld. Ich bin keine Ayurveda-Ernährungsberaterin. Die hier versammelten Rezepte habe ich mir zusammengesucht. Gerne zum Nachkochen und Nachlesen, aber ohne Garantie auf Erfolg, bei was auch immer. Kochen macht Freude!