· 

Im Mutti-Chaos - 3 Monate Alltag und fast nichts geregelt bekommen

Das habt auch ihr zu spüren bekommen: Meinen letzten Blog-Artikel schrieb ich vor circa drei Monaten. Selbst auf Instagram habe ich in der letzten Zeit deutlich weniger geteilt: Zeit für mich, und damit für das Schreiben, habe ich täglich von 20 bis 22 Uhr. Also: Zeit für mich, oder Zeit für meine Partnerschaft. Ich zeig euch, was ich meine!

jede woche frisches gemüse: CHECK √

Ich habe Bio-Gemüse im Kühlschrank, das ist doch schon mal was. Einmal in der Woche bekomme ich frisches Gemüse, in der Regel regional und saisonal. Online kann ich das Sortiment vorab einsehen und schon mal überlegen, was ich kochen werde – und noch besser: Ich kann aus dem Angebot weitere Artikel dazu bestellen: einmalig oder regelmäßig. Da der Biohoflieferant mit unterschiedlichen Höfen und Anbietern kooperiert, ist das Angebot vielfältiger als bei Abo-Kisten einzelner Betriebe. Auch der Preis ist attraktiv: Für eine 1-2 Personen-Kiste zahle ich wöchentlich etwa 15€. Das sind zwei Gründe, weshalb ich diese Kiste so liebe: Vielfalt und Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Der dritte Grund ist Bequemlichkeit: Die Kiste kommt in den Hausflur, ich muss nicht einmal zu Hause sein, wenn sie kommt. Ich werde auch nicht gescholten, wenn ich vergesse, die Kiste der Vorwoche mit rauszustellen, sondern kann sie einfach beim nächsten Mal mitgeben. Selbst wenn ich es nicht schaffe, einkaufen zu gehen, kann ich etwas kochen – theoretisch. Auf meine Kiste möchte ich auf keinen Fall verzichten. Selbst wenn ich letzte Woche, als ich es zum ersten Mal seit langem wieder auf den Wochenmarkt schaffte, dachte: Jetzt bin ich im Mutti-Alltag angekommen.

Jeden Tag ein ordentliches essen: [X]

Tatsächlich habe ich in den letzten Wochen so viel beim Take Away bestellt wie selten zuvor. Grund ist in der Regel, dass ich irgendwas vergessen habe: Vergessen, die Suppe aus dem Tiefkühlfach zu holen. Vergessen, Linsen einzuweichen. Vergessen, Gemüse zu schnippeln. Das ist mein wichtigster Live Hack: Wann immer der Zwerg schläft, bereite ich Gemüse vor. Morgens mache ich Porridge und schnippel Karotten und zerkleinere Kürbis. Abends, wenn er im Bett ist, koche ich vor. Alles, was länger als 20 Minuten dauert, findet statt, wenn der Zwerg im Bett ist. Alles, was 20 Minuten oder weniger braucht, mache ich frisch am Abend. Das sind meistens Suppen, deren Zutaten ich morgens geschnippelt habe, so dass ich sie nur schnell in einen Topf werfen muss. Rote Beete-Suppe, Kürbis-Suppe, alles easy.

Sämtliche Kochbücher: Nutzlos, ich schaffe es derzeit nicht, irgendetwas stundenlang im Ofen zu garen. Ich überlege mir, Ottolenghis SIMPLE zum Geburtstag zu wünschen, aber Daniel wird mich auslachen, weil ich in mein letztes Geschenk bislang kaum rein geschaut habe – das Kochbuch Salt, Fat, Acid, Heat von Samin Nosrat.  Mein derzeit liebstes Rezept – ayurvedisch, geht schnell, schmeckt göttlich – stammt von Martina Kobs-Metzger, bei der ich mal einen ayurvedischen Kochkurs machte. Ich wollte es längst schon geteilt haben, fand aber bislang nicht die Zeit dazu.

Essen und kochen – frisch und ausgewogen. Da bin ich wirklich noch ratlos, wie man das hinbekommt mit Kind und Arbeit. Alle Tipps, die ich bislang gelesen habe, klappen nur in der Theorie. Praktisch sah es heute zum Beispiel so aus: Ich schaffte es nicht, die einzelnen Essen optimal zu timen. Ich hatte geplant: Süßkartoffel-Püree mit Nelken und Muskat für den Zwerg und mich, dazu für mich Gurkengemüse mit Tomaten und Reis. Der Mini quengelte, zum Reis kam es nicht. Stattdessen gab es für mich Süßkartoffelpüree, Gurkengemüse und ein Franzbrötchen, das glücklicherweise noch in der Küche rum lag. Für den Mini gab es Süßkartoffelpüree, das durch die Küche flog und dem Weg folgte, den bereits Zwieback, Dinkelbrot und Alete-Keks genommen hatten (damit hatte ich versucht, ihn zu beschäftigen, damit ich in Ruhe kochen kann). Neidvoll blicke ich auf einige Teilnehmer meiner Mutti-Gruppe, die scheinbar in völliger Ruhe irgendwelche Müsli-Riegel selbst backen. 

Ich habe es mal mit einem Essensplan versucht. Auch der verhält sich in der Realität nach dem 80/20-Prinzip. 80% Idee, 20% Umsetzung in der Realität. Entweder ich bin dann doch Abends zu müde, etwas vorzubereiten, oder ich vergesse schlicht, dass ich kochen wollte. Mein Ziel ist es, mich schnellstmöglich wieder an 4 von 7 Tagen ayurvedisch zu ernähren. Wie ich dahin komme? Keine Ahnung. 

Yoga immerhin 1x die Woche: check √

Als der Mini noch nicht da war, habe ich meinen Tag häufig mit Yoga begonnen oder beendet. Auch als der Mini da war habe ich das anfangs noch viel gemacht: Er lag dann einfach daneben und konnte nicht anders. Als der Mini noch nicht da war, habe ich alle zwei Wochen oder öfter eine ayurvedische Selbstmassage gemacht, bin zur Maniküre oder Kosmetik gegangen. Auch als der Mini da war habe ich das anfangs noch viel gemacht: Ich habe ihn neben mich gestellt oder gerollt, er lag da und konnte nicht anders.

Jetzt bewegt der Zwerg sich (viel), das mit dem Daneben stellen oder -Legen klappt nicht mehr. Ich wünsche mir daher mehr Morgende wie heute: Mein Wecker war falsch gestellt und klingelte zu früh, vermutlich so gegen 5:45 Uhr. Ich stand auf, machte mich fertig und stellte fest: 6:15 – alle schlafen noch. Also rollte ich meine Matte aus, machte ein paar Yoga-Aufwärmübungen und drei Sonnengrüße. Ich öffnete das Fenster und freute mich über die frische Luft, dann weckte ich den Lieglingszwerg – ich war erholt und voller Energie wie lange nicht mehr!

Ach ja, Sport. Auch schwierig. Mein Rettungsanker ist der Dienstag-Abend: Hier findet mein Hatha-Yoga-Kurs statt, von 20:30-21:45 Uhr. Jetzt bin ich eine von denen, die bei der Tiefenentspannung schnarchend einschläft.

Saubere bude: Check √

In meinem Zeitfenster von 20-22 Uhr liegt auch: Küche sauber machen. Morgens im Chaos Frühstück machen oder abwaschen müssen mag ich gar nicht, also sorge ich dafür, dass die Küche aufgeräumt ist, wenn ich ins Bett gehe. So grob. Schmodder vom Kinderstuhl wische ich nur alle 2 Tage weg. Das war's aber auch schon. Alles, was darüber hinaus geht, überlasse ich Eva.

Eva kommt alle zwei Wochen und sorgt dafür, dass wir aufräumen müssen, damit sie die Wohnung sauber machen kann. Ich fand schon vor der Geburt des Minis, dass ich meine knappe Freizeit lieber draußen in der Natur verbringe, im Kino, beim Sport oder mit dem Liebsten statt beim Putzen. Das sehe ich jetzt erst recht so, und ich bin bereit, dafür Geld auszugeben.

tiptop im job: [X]

Feierabend funktioniert super. Ich arbeite bis 14:30 Uhr. Um 15:00 hole ich den Mini aus der Kita ab, und die ist genau 8 Minuten entfernt. Ich bin nie in Eile. Wenn ich nicht sofort loskomme, schaffe ich es trotzdem entspannt. 

Um 8:00 Uhr fange ich an zu arbeiten. Eigentlich. Ich komme selten pünktlich. Immer ein paar Minuten zu spät – momentan habe ich 2 Minusstunden. Ich kenne so etwas nicht. In meiner alten Position war ich pünktlich und habe ich eher Überstunden angehäuft. Nie zu viele, aber eben auch nie im Minus. 

Grundsätzlich bekomme ich die Dinge geregelt, fühle mich aber dennoch noch weit entfernt vom Klischee der Teilzeit-Mutter, die genauso viel schafft, wie jeder Vollzeit-Kollege oder -Kollegin. Morgens habe ich das Gefühl, Dinge vom Nachmittag nachholen zu müssen.

Zeit für den blog: [X]

"Ich könnte mal... ", beschreibt mein Verhältnis zu meinem Blog derzeit am besten. Manchmal setze ich mich abends, im Zeitfenster 20-22 Uhr hin und schreibe ein paar Zeilen. Artikel beende ich selten, meistens lösche ich sie nach ein paar Wochen, weil sie mir veraltet vorkommen. Ohne feste Zeiten geht einfach gar nix. Time-boxing nennen wir das im Job. Das werde ich künftig versuchen.

Mit dem Liebsten, der eine 4-Tage-Woche hat, habe ich Folgendes ausgetüftelt: Er hat freitags frei. Ich gehe arbeiten, der Mini geht in die Kita und der Liebste hat einen Vormittag in der Woche Zeit für sich. Und ich, die an 4 Tagen die Woche nachmittags den Mini von der Kita abholt, habe nachmittags Zeit für mich. Ich werde sie folgendermaßen nutzen:

  • Einen Freitag im Monat hole ich Minusstunden nach.
  • Einen Freitag im Monat reserviere ich für Reisen & Kochen.
  • Zwei Mal im Monat gehe ich freitags nachmittags schwimmen und anschließend in die Sauna.  

Hauptsache, einen Plan haben. So klappen dann vielleicht auch irgendwann die Dinge, die ich nicht delegieren bzw. outsourcen kann oder möchte. Seid ihr auch Eltern? Falls ja, verratet mir gerne, wie ihr euren Alltag gewuppt bekommt!

Delegieren ist die halbe miete

Nur keine Scheu dabei, das rate ich allen! Alles, was ich delegieren kann, läuft gut. Alles andere quetsche ich in das Zeitfenster zwischen 20 und 22 Uhr. Jetzt ist es 20:27 Uhr. Der Mini schläft, der Große kränkelt. Eine herrliche Ruhe. Unter den Voraussetzungen allerdings auch kein Zustand, den ich mir herbeiwünschen möchte. Ich sitze auf dem Sofa, wünsche dem Mini, dass der Zahn bald raus ist, und dem Großen, dass er den Infekt schnell los wird. Mir wünsche ich, dass ich von allem nichts abbekomme. Gleich gehe ich in die Küche und bereite mein Mittagessen für morgen vor. 

Und Montag? Da der Große kränkelt, bringe ich den Mini in die Kita und komme eine Stunde später ins Büro. Zack: eine neue Minusstunde. Hol ich irgendwann freitags nach. Läuft, oder?