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Mein Januar-Thema: Ausmisten & Vereinfachen

Die meisten von uns haben zu viel Zeug. Ich auch. In unregelmäßigen Abständen trenne ich mich daher von Dingen und Gewohnheiten. Das klärt den Geist und verleiht ein herrlich leichtes Gefühl. Seht her, was ich im Januar alles ausgemistet habe und lasst euch inspirieren, wenn ihr mögt!

Vereinzeln

"Ich vereinzele mich", pflegte ein lieber Mensch zu sagen, wenn er sich von Überflüssigem trennte. Mit ihm lebte ich eine Weile in einer gemeinsamen Wohnung in Leipzig, dann allein, bis ich entschied, wieder in eine WG zu ziehen. Dafür hatte ich eindeutig zu viel Zeug, also entschied ich, eine Haushaltsauflösungs-Party zu veranstalten und lud Freunde und deren Freunde ein, um sich an meinen Dingen zu bereichern.  Heute entdecke ich bei Freunden Wäscheständer, Tassen oder CDs, die einmal mir gehörten, und die ich so in guten Händen wusste. Ein halbes Jahr nach dem Umzug in die WG zog ich nach Hamburg - mit einem Schrank, einem Bett, zwei Stühlen und wenigen Kisten. Alles passte in einen Ford Transit.  Ein befreiendes Gefühl. Seitdem trenne ich mich regelmäßig von Dingen. Ich vereinzele mich.

Bücher

Bücher, CDs und DVDs verkaufe ich über Momox. Es gibt in der Regel nur ein paar Cent pro Buch, es geht also nicht um's Geld, sondern um den Zeitaufwand. Ich stehe nicht gern auf Flohmärkten, und ich Hausfluren verrotten Bücher eher, als dass sie mitgenommen werden. Bei Momox scannt man Bücher anhand ihres ISBN Codes, bekommt ein Angebot, verpackt die Bücher und versendet sie mit Hilfe eines von Momox generierten Retouren-Etiketts. Der Mindestwert pro Auftrag sind 10 EUR, es lohnt sich also nicht für zwei Bücher, sondern eher für 15. Ich habe diesen Monat vor allem Kochbücher aussortiert. Das schmerzt, doch im Regal verstaubten so einige Exemplare, in die ich höchstens einmal hineingesehen oder daraus gekocht hatte. Jetzt sollen sich andere darüber freuen.

Kleidung

Für jede neue Klamotte trenne ich mich in der Regel von einer alten. Auch im Kleiderschrank finden sich immer wieder Exemplare, die erst für Begeisterung sorgten und sich später als Fehlkauf erwiesen, oder die ich einfach lange nicht mehr getragen habe. Solche Kleidungsstücke gebe ich in regelmäßigen Abständen in den Umsonstladen, der insgesamt ein dankbarer Abnehmer für ausrangierte Dinge ist. Auch Küchenutensilien, Taschen, Blumenpötte habe ich dort abgegeben, so dass andere sich darüber freuen können.

Einen Schlafsack und ein paar andere Dinge bin ich bei Hanseatic Help e. V. losgeworden, ein Projekt, für das Kollegen sammelten. Auf der Webseite des Vereins steht konkret, welche Dinge gebraucht werden. Mit Sicherheit gibt es noch andere Projekte ähnlicher Natur, die sicherstellen, dass die Dinge an geeigneter Stelle ankommen.

Da will ich was für

Manches möchte ich nicht einfach so weggeben. Dann gibt es die üblichen Verdächtigen (eBay, Mamikreisel oder doch Flohmärkte – Ich versuche dann erstmal jemanden zu finden, dem ich meine Kiste gegen einen Gefallen aufdrücken kann. Wirklich, ich stehe nicht gern auf Flohmärkten). Das ist natürlich immer mit Aufwand verbunden, ich wäge also sehr genau ab. Das Verschenken gibt mir außerdem ein etwas schöneres Gefühl, da ich hoffe, so anderen zu helfen, deren eigene Mittel kleiner sind. Gleichzeitig konditioniert es mich etwas, darauf zu achten, ob ich etwas wirklich brauche.

Vorräte & Gewürze

Beides sind Bereiche einer Küche, wo Dinge gerne in Vergessenheit geraten und altern, ohne dass es jemand bemerkt. Ich fand mal im Gewürzregal meines Vaters Gewürze, die seit 10 Jahren abgelaufen waren. Es waren eher Gewürze, die meine Mutter verwendet hatte, die zu dem Zeitpunkt schon einige Jahre nicht mehr lebte. Aber wer glaubt, im eigenen Vorratsschrank gäbe es keine solche Leichen, der tut gut daran, einmal nachzuschauen – und wird sich wundern. Jeder hat sie. Daher nehme ich mir regelmäßig vor, Vorräte weg zu kochen, bevor ich Neues einkaufe.

Rezepte

"Hä?", fragt ihr euch vielleicht jetzt. Doch auch Rezepte habe ich mir in der letzten Zeit angesehen. Statt des vierten Pancake Rezepts versuche ich, von einem Grundrezept auszugehen und das nach Bedarf zu variieren. Hier miste ich im Kopf aus, denn auf diese Weise habe ich einige, wenige Kern-Rezepte, aus denen ich immer wieder neues generieren kann. Einige meiner bereits veröffentlichten Rezepte habe ich diesen Monate auf diese Weise überarbeitet, weitere folgen in Kürze. Hier drei Beispiele:

  • Schmorgurken – dieses Rezept lässt sich super leicht variieren, indem man ein weiteres süßliches Gemüse ergänzt. Die Gewürz-Kombi bleibt. Ich persönlich finde total lecker Gurke & Möhre oder Gurke & Gelbe Beete. Brauche ich ein leichtes Abendessen, das schnell gehen soll, koche ich dies gerne in Kombination mit Couscous, der ebenfalls ratzfatz fertig ist.
  • Ottolenghis Winter Couscous – Auch hier sind es die Gewürze und die getrocknete Aprikose, die das Aroma verleihen, und die sich auch wunderbar mit anderem Gemüse verbinden. Ganz fantastisch gefiel mir beispielsweise die Kombination mit Fenchel, der leicht karamelisiert. Rote oder Gelbe Beete und Süßkartoffel eignen sich ebenso wie Hirse statt Couscous. Hirse ist eher trocken, hier würde ich darauf achten, dass das Gemüse etwas mehr Flüssigkeit bekommt.
  • Pancake-Rezepte habe ich bereits zahlreiche ausprobiert. Das beste für mich ist immer noch das Banana Pancake Rezept meines Anti-Reflux-Kochbuchs, daher habe ich in der letzten Zeit versucht, dieses ayurvedisch anzuhauchen und zu variieren. Beispielsweise mit Rote Beete und 2 Löffeln Kakao (köstlich). Als eilose Variante für Pancakes experimentiere ich mit diesem Rezept von Heidi Swanson. Beide Rezepte beinhalten Haferflocken, sie schmeicheln aufgeregten Mägen. Die Ergebnisse finden sich noch nicht alle auf der Seite, doch wenn es soweit ist, wird es hier ein Pancake-Rezept mit Ei und Variationen geben, und eine eilose Variante, ebenfalls mit unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten. Ziel ist, dass die Basis gleich des Rezepts identisch bleibt. Simplify your life. 

In diesem Sinne

Das Januar-Ausmisten diente nicht nur der Klärung des Geistes, sondern bot sich für mich an, da wir von April bis Juni mit unserem Sohn auf Reisen gehen wollen und die Wohnung untervermieten werden. Je weniger Ballast ich in Kisten stecken muss, umso besser, denke ich und es gibt keine besseren Moment, als mit so etwas zu beginnen, als: jetzt. In diesem Sinne wünsche ich einen aufgeräumten Start in den Februar. In Kürze gibt es Pancakes, freut euch schon mal drauf!