Tipps für Langstreckenflüge

Ich mag keine Langstreckenflüge. Ich habe keine Angst vorm Fliegen an sich, ich fürchte Austrocknung, Thrombose, Langeweile und Bewegungsmangel. Fliegen bleibt ein Mittel zum Zweck, den eigenen Horizont zu erweitern - und mittlerweile habe ich Strategien, wie ich auch Langstreckenflüge relativ unbeschadet überstehe. Neugierig?

Fliegen heißt auch warten

Meine Packliste

All das Zeug packe ich in eine separate kleine Tasche, die ich fix aus dem Handgepäck ziehen kann.

  • Mindestens 2 L Wasser
  • Teebeutel, auf Flügen gibt es selten Kräutertee, aber warmes Wasser.
  • Dicke Socken
  • Reise-Socken gegen Thrombose
  • Eine bequeme Hose
  • Einen Schal
  • Snackfood: Selbst gemachtes Studentenfutter mit Sultaninen, Mandeln, Para- und Pecan-Nüssen.
  • Weintrauben: Sie sind frisch und haben viel Feuchtigkeit.
  • Eine ordentliche Creme gegen Hautaustrocknung
  • Feuchtigkeitstücher, für Hypochonder mit Desinfektion
  • Brille
  • Ein Buch
  • Kopfhörer
  • Telefon (Musik, Hörbücher)
  • Ohropax
  • Reiseführer. Spätestens jetzt hat man Zeit, zu schauen, was los ist.
  • Ein frisches Shirt & Wäsche zum Wechseln

Meistens realisiere ich bis kurz vorm Abflugtermin nicht richtig, dass der Zeitpunkt jetzt gekommen ist. Dieses Mal ist es etwas anders, weil ich dank Facebook beobachten konnte, dass sich derzeit einige Freunde in Südamerika herumtreiben, beispielsweise Corinna. Überrascht bin ich trotzdem: Heute ist bereits der 8. Januar und die nächsten 4 Wochen werde ich mir mit Chile (und Daniel) den Kopf frei blasen lassen.

All Das hilft mir

Flüge sind anstrengend. Mittlerweile habe ich raus, wie Langstreckenflüge für mich angenehmer erträglicher werden. Einige Tipps sind berücksichtigen ayurvedische Prinzipien, andere den allgemeinen Menschenverstand oder Tipps aus dem Internet. Alle von mir erprobt und für gut befunden.

  • Flüssigkeit!! Nein, der Getränkewagen kommt nicht oft genug. Besser ist es, sich nach den Sicherheitskontrollen mit ordentlich Wasser einzudecken. Beim Flug nach San Francisco habe ich beispielsweise für jeden Flug 2 oder 3 L mit an Bord genommen (und getrunken). Das hat zwei Vorteile: Man trocknet nicht aus und man muss häufig aufs Klo (und bewegt sich entsprechend mehr). Beim Flug nach Vietnam hat mir das zwar den Namen "Puller-Eike" eingebracht, aber es führt eben auch dazu, dass ich mich meist nach einem Flug und einer Dusche ganz okay fühle. 
  • Ordentliches Snack Food und leichtes Essen: Das, was man im Flugzeug bekommt ist abgezählt, selten knackig und eiskalt. Ihr werdet Euch wundern, was für eine Freude es ist, in eine knackige Weintraube zu beißen, die angenehm temperiert ist. Man kann sie zB in alten Butter- oder Joghurtdosen transportieren, dann schleppt man auf der Reise keinen unnötigen Balast mit. Im ayurvedischen Sinne erhöht Reisen die Vata-Energie, die mit Luft, Trockenheit und Kühle assoziiert wird. Flüssigkeit - wie Wasser oder Weintrauben - und ölige Snacks wie Nüsse wirken da angenehm. Beim Flugzeug-Menü achte ich auf vegetarisches Essen. Warm sollte es sein, und im Idealfall Pasta, Reis oder Kartoffeln beinhalten. Auf Käse verzichte ich:  Das Essen soll zwar "erden", nicht aber schwer im Magen liegen.
  • Bewegen. Nach Chile fliegen wir über London und São Paulo nach Santiago de Chile. Die Transit-Zeit nutze ich, um mir die Beine zu vertreten. Aber auch vorher: Noch eine Runde joggen zum Beispiel. Das hat zwei Vorteile: Man packt nicht bis 5 Minuten vorm Abflug, und man powert sich noch mal aus und ist beim Rumstehen und -sitzen dann nicht so schnell genervt. Ich mache übrigens auch den ganzen Schnickschnack wie Venenpumpe oder sonstige Mini-Yoga-Übungen auf der Flugzeug-Toilette oder auf dem Gang, damit die Glieder nicht so steif werden.
  • Gutes für den Körper: Eine ordentliche Creme, Lippenbalsam, Nasenspray, Brille, bequeme Klamotten, Flugsocken. Ehrlich: Im Flugzeug ist es total egal, wie man aussieht, und wem das doch irgendwie wichtig ist, der kann sich nach der Landung auf der Toilette fix umziehen, während alle anderen warten, dass das Gepäckband die Koffer ausspuckt. 
  • Beschäftigung. So ein Langstreckenflug wird schnell langweilig. Ich habe meist ein gutes Buch, mein Telefon für Musik, Kopfhörer, eine ordentliche Zeitung und mehrere sinnleere Frauenzeitschriften im Gepäck. Auch Kartenspielen auf dem Flug nach Vietnam war super – niemand kann oder will 6h am Stück Filme schauen. 

Am Ziel angekommen fehlen dann nur noch vier Dinge: Gepäck abwerfen, eine Dusche, moderates Yoga, und möglichst schnell an die neue Umgebung anpassen. Raus gehen, spazieren gehen - erden. Meine täglichen Routinen (Yoga)  versuche ich möglichst beizubehalten.

Wir sehen uns in 4 Wochen.