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Apfelkuchen mit Zimt

Zimt und ein Hauch von Nelke machen diesen Kuchen beinahe weihnachtlich. Am besten schmeckt er zimmer- oder lauwarm. Ich ließ mich nicht davon abhalten, ein Stück zu probieren, den Rest spendete ich einem guten Zweck. So macht Backen gleich noch mehr Spaß!

Apfel-Zimt-Kuchen "holländische Art"

Backen für Flüchtlinge. Oder eher: Backen für Spenden, die den Flüchtlingen beim Kinderprogramm der Erstaufnahmen für Flüchtlinge in Hamburg zugute kommen sollen. Das klang machbar für mich, also backte ich am Samstag morgen mein liebstes Apfelkuchen-Rezept aus der Enzyklopädie der Früchte von Kate Whiteman.

Ich habe mich bereits vor der aktuellen Flüchtlingskrise für soziales Engagement interessiert, sei es durch Freunde, die es mir vorlebten, oder weil ich auf der Suche nach mehr Sinnhaftigkeit in meinem Leben war. Das Bedürfnis, anderen zu helfen, die nicht so gut gestellt sind, wie ich selbst, ist ein dankbarer Abnehmer, wenn ich mich frage: "Wie kann ich meinem Leben mehr Sinn verleihen?". Bei solchen Aktionen geht es also um andere, aber noch mehr um mich selbst. Als ich mich für das Mentoren-Programm Yoldaş der Hamburger Bürgerstiftung engagierte, stellte ich fest, dass soziales Engagement Zeit erfordert, und Kontinuität. Denn wirkliche Hilfe muss die Integration fördern, und das ist ein Projekt, das sich über Jahre erstreckt. Sich über einen so langen Zeitraum zu binden, fällt schwer.

Zeit ist also das eine. Als ich beim Kinderprogramm der Erstaufnahmen las: "Bitte nur kommen, wenn ihr keine Angst vor Läusen oder Krätze habt und gegen die üblichen Krankheiten geimpft seid (Windpocken etc.) Wie bei der Arbeit im Kindergarten oder in Schulen kann sowas auch hier mal auftreten.", dachte ich: Oh, nee, bei der Arbeit ist so viel los, Kranksein kann ich mir gerade gar nicht leisten. Ich dachte aber auch: Oh, nee, Läuse, ist ja ekelig! Die dann wieder loszuwerden braucht bestimmt ewig. Also spende Dinge, die ich nicht mehr bauche, dem Umsonstladen an der Stresemannstraße, und backe Kuchen. Der Vorteil liegt auf der Hand: So kann ich nebenbei noch eine Waschmaschine durchlaufen lassen und habe trotzdem das Gefühl, nicht untätig gewesen zu sein.

Das Apfelkuchen-Rezept kommt aus einem meiner ersten Kochbücher. Die Enzyklopädie der Früchte zeigt einem genau genommen unterschiedliche Obstsorten und hat im letzten Teil einige Rezepte zum Thema. Gute Rezepte, mit exotischen Früchten oder mit alten Obstsorten. Ganz im Sinne von Slowfood & Co. Meine Quitten sind leider aufgebraucht, ansonsten wäre ein Quitten-Soufflée aus diesem Buch mein Favorit als Dessert für Weihnachten. Den Apfelkuchen backe ich seit Jahren, in immer ähnlicher Weise. Der Apfelkuchen nennt sich "Holländischer Apfelkuchen" und lässt meine Erinnerung an meinen Kurztrip nach Groningen kurz noch einmal aufleuchten. War das schön! Auf geht's zum Rezept!

Apfelkuchen mit Mandeln, Zimt & Nelke

Für einen großen Kuchen (Form ø27cm) braucht man:

  • Für den Teig:
    • 220g Mehl
    • ca. 30g gemahlene Mandeln
    • ca. 130g Rohrohrzucker
    • 4 1/2 TL Backpulver
    • 1 TL Zimt
    • Einen Hauch Nelke, cal 1/4 TL
    • ca. 50g Butter oder Ghee
    • 2 Eier, geschlagen
    • 150ml (Hafer-)Milch
  • Für den Belag:
    • 2 Äpfel, geschält, entkernt und in Scheiben geschnitten
    • 1 EL zerlassene Butter oder Ghee
    • ca. 2 EL Rohrohrzucker
    • 1/2 TL Zimt

Und so geht's: In 1 1/2 Stunden und fünf Schritten zum fertigen Kuchen:

  1. Eine Form einfetten und mit Semmelbröseln ausschmücken.
  2. Eier, Milch und Butter mit einander vermischen.
  3. Mehl, Backpulver, Zucker und die Gewürze mit einander mischen und dann mit der Eier-Milch-Butter-Mischung vermengen.
  4. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und die Apfelscheiben in einem Ring darauf verteilen. Einen Esslöffel flüssiges Ghee über den Apfelring tropfen, mit etwas Zucker und Zimt bestreuen und ab geht's in den Ofen.
  5. Nach ca. 40-50 Minuten (bei der "Stäbchenprobe" sollte kein Teig mehr am Stäbchen haften, ist der Kuchen fertig. 

Leicht abkühlen lassen und: Wohl bekommt's!