Rezept: Pasta-Teig für selbst gemachte Ravioli! Lecker!!

Ich koche nicht mehr, könnte man meinen. Stimmt aber nicht! Gestern habe ich mit Freunden Ravioli gemacht. Wie es geht, erfahrt ihr hier. Ein gutes Argument für eine Nudelmaschine gibt es ungefragt dazu.

Tagliatelle sind Nudeln für Fortgeschrittene: Filigrane Nudeln sind schwerer in der Handhabung, da sie leicht aneinander kleben.

Ursprünglich war die Nudel-Maschine ein Geschenk an einen guten Freund, der uns die Nudel-Maschine nach 2 Jahren zurück gab mit den Worten: „Bei mir steht sie nur im Regal. Ihr benutzt sie sicher öfter als ich. Ladet mich dann doch bitte zum Essen ein!“. Ein fairer Deal, dachte ich. Ich knüpfte das Rück-Geschenk an eine Bedingung: Jedes Gerät soll mindestens einmal im Jahr benutzt werden - sonst fliegt es raus. Der Platz in der Küche ist rar, ich dulde keine Stubenhocker. Mindestens einmal im Jahr gibt es bei mir also hausgemachte Pasta.

Die Maschine kann alles: Spaghetti, Tagliatelle, einfache Nudelplatten. Ich habe bereits alle versucht und finde: Filigrane Nudeln wie Tagliatelle sind eine Herausforderung. Die Nudeln kleben leicht aneinander oder zerreißen. Ich war häufig frustriert und habe mich seit dem auf Lasagne und Ravioli spezialisiert.

Braucht man wirklich eine Nudel-Maschine? Tja. Mit dem Nudelholz bekommt man den Teig kaum so dünn, wie er für ein gutes Geschmackserlebnis sein sollte. Je dünner der Teig, desto besser schmecken die Nudeln. Ein besseres Argument gibt es nicht, oder?

Pasta machen ist ein bisschen wie Raclette an Sylvester: Man verbringt viel Zeit bei der gemeinsamen Vorbereitung, und wenig Zeit mit dem Essen selbst. Mir gefällt so etwas. Ich rede gerne über Essen, ich liebe es mit Freunden in der Küche zu stehen, zu improvisieren, zu schauen, dabei rauskommt und vor allem: die Zeit damit zu füllen, dass man etwas gemeinsam macht.

Apropos Zeit: Wer Pasta selbst machen will, sollte viel Zeit einplanen. Wir begannen gestern ca. 17:30 Uhr und aßen ca. 3 Stunden später. Ich erinnere andere Abende, bei denen wir uns um 23 Uhr endlich an den Tisch setzten. Das Füllen der Nudeln machte Spaß, die Stimmung sank aber stetig in den Keller, weil allen Beteiligten die Mägen auf den Knien hingen. Es empfiehlt sich also, den Koch-Prozess mit Antipasti und Aperitif zu begleiten, denn man unterschätzt, wie viel Zeit es braucht, den Teig zu rollen und die Ravioli zu füllen. 

Diesmal experimentierten wir mit Spinatpulver, Rote-Beete-Saft und Kurkuma, um dem Teig Farbe zu verleihen. Im Ergebnis entstand ein schöner Marmorier-Effekt, der mich an Arbeitsgemeinschaften in der 4. Klasse zurückdenken ließ. 

Wir machten zweierlei Formen Ravioli mit zwei unterschiedlichen Füllungen (eine mit Tomaten, Nüssen, Basilikum und Knoblauch, eine mit Rote Beete, Ricotta und Zitronen-Zesten). Aus dem Rest machten wir eine Hand voll Tagliatelle (siehe oben), die sogar einigermaßen in Form blieben.

Meine Nudel-Maschine ist diese hier. Sie läuft wie eine eins. Ich reinige sie, indem ich am Ende ein Stück Küchenpapier durchnudele. Mit einem Ravioli-Brett geht das Ausstechen unglaublich fix. Man benötigt zusätzlich ein Nudelholz, damit man zwei Pasta-Bahnen mit einander verbinden kann, um auf die volle Breite des Bretts zu kommen. Kein Nudelholz braucht man, wenn man eine Empanadas-Form verwendet. Dann jedoch sticht man jede Ravioli einzeln (Ich hielt die Empanadas-Form übrigens lange für eine Zitronen-Presse. Ist also multi-funktional.), und das dauert ebenfalls seine Zeit.

Dieser Pasta-Teig enthält kein Ei, er lässt sich theoretisch problemlos aufbewahren und später verwenden oder, wie beim Beispiel Tagliatelle, die Nudeln trocknen und haltbar machen. Nudeln mit Ei sollten dagegen sofort gekocht und verzehrt werden.

Grundrezept Pasta-Teig

Zutaten (für 7 Personen):

  • ca. 500 g Mehl (Weizenmehl oder Grießmehl)
  • Salz
  • Wasser

Zubereitung:

  1. Mehl in eine große Schüssel sieben
  2. Eine großzügige Prise Salz dazu
  3. Wasser angießen und beginnen den Teig zu kneten.
  4. Teig kneten bedeutet: Mindestens 15 Minuten kneten, bei Bedarf immer wieder Flüssigkeit nachgießen, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht.
  5. Den Teig in Frischalte-Folie oder in ein Geschirr-Handtuch wickeln und im Kühlschrank eine halbe Stunde gehen lassen.
  6. Dann kann es losgehen! Inspiration für Füllungen und Teige gibt Martha Stewart!