Rezept: Ein schwedisches Roggenmischbrot. 

Wenn schon Hefe, dann so!, sagt Ayurveda bzw. Ich glaube, dass Ayurveda das sagt, denn das Rezept stammt aus meinem ayurvedischen Kochbuch - und das, obwohl Hefe eher verpönt ist in der ayurvedischen Küche. Das Brot gelingt leicht, lehrt den Bäcker Geduld und schmeckt köstlich.

Heute nacht,

ohne Geliebten wie viele,

backe ich Brot,

senke die Fingerknöchel

in den weichen Teig.

Patricia Donegan

Brot also. Ich backe gerne Brot, weiß jedoch auch: Brot backen braucht Zeit. Die hat man, wenn man alleine ist - oder, wie ich, wenn man früh aufsteht und der Liebste noch schläft. Ganz so entspannt, wie dieses wunderschöne Gedicht andeutet, war der Prozess bei mir übrigens nicht.

Miriam Hospedar empfiehlt in ihrem Kochbuch einen Prozess, der mich schier überforderte. Laut Rezept sollte die Flüssigkeit mit Hefe zuerst angerührt werden und das Mehl dann Stück für Stück hinzugegeben werden. Ich hatte Schwierigkeiten, einen homogenen Teig zu formen. Meiner Erfahrung nach lässt sich die Masse angenehmer kneten, wenn man das Mehl in eine große Schüssel siebt, die Flüssigkeit in einen Kuhle in der Mitte gießt und dann das Mehl mit einem Holzlöffel vom Rand Stück für Stück hinein rührt. Ich empfehle es jedem, den Teig so anzurühren.

Knetet man den Brotteig mit der Hand, sollte man für eine gute Arbeitsfläche sorgen. Bei mir ist dies der Küchentisch. Die normale Arbeitsfläche ist zu hoch. Wer 10 Minuten Brotteig knetet, möchte dies mit ganzem Körpereinsatz tun - und das gelingt besser, wenn die Arbeitsfläche niedriger ist.


Backen kann sexy sein! Wirklich! Wer daran zweifelt, sollte sich den Film Nénette & Boni von Claire Denis ansehen. Ich habe die Szenen, in denen Boni Pizza knetet in bester Erinnerung. Ebenso wie das Gedicht von Patricia Donegan es beschreibt: Es ist eine wahre Freude, die Finger im weichen Teig zu versenken. Auch an einem Sonntagmorgen, an dem alle um einen herum noch schlafen. Bis der Teig zusammenhält, ist es eine Qual. Dann jedoch empfinde ich das Kneten des Teigs beinahe als Meditation.


Ich bin sicher, dass sich dieses Rezept auch wunderbar für ein Dinkelbrot eignet. Ich habe zwar auch ein Rezept ohne Hefe, tatsächlich muss ich jedoch sagen, dass ein Brot mit Hefe natürlich deutlich fluffiger ist. Allgemein sagt man Dinkel nach, dass es ein sehr gesundes Getreide ist, und häufig besser verträglich als andere Getreidesorten. Dennoch, in dieser Version gibt's jetzt erst einmal ein Roggenmischbrot. 

Roggenmischbrot nach schwedischem Rezept (Skräddakakor)

Zutaten:

  • 4 1/2 TL Trockenhefe (entspricht ca. 2 Päckchen)
  • 2 Cup lauwarmes Wasser
  • Orangenzesten
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Ghee, Butter oder Öl
  • 1 EL Kümmel
  • 1 EL Anis
  • 1 EL Fenchel
  • 2 1/2 Cup Volkornweizenmehl
  • 2 1/2 Cup Roggenmehl

Zubereitung:

  1. Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und 5 Minuten stehen lassen.
  2. Die Gewürze in der Kaffeemühle mahlen und mit den Orangenzesten, Salz und dem Öl bzw. Butter/Ghee zur Wasser-Hefe-Mischung geben.
  3. Mehl in eine große Schüssel sieben und eine Mulde in der Mitte eindrücken.
  4. Die Hefe-Mischung in die Mulde geben und mit einem Holzlöffel von den Seiten das Mehl in die Flüssigkeit rühren, bis Mehl und Flüssigkeit verbunden sind.
  5. Sobald sich der Teig richtig kneten lässt, den Teig auf einer bemehlten Fläche ca 10 Minuten kneten, bis er glatt und elastisch ist.
  6. Den Teig in einer Schüssel, mit einem feuchten Geschirrtuch bedeckt, an einem warmen Ort (nicht im Backofen) ca. 2 Stunden gehen lassen.
  7. Nach 2 Stunden den Teig sanft eindrücken und weitere 10 Minuten ruhen lassen.
  8. Kurz durchkneten und zwei kleine Brotlaibe formen.
  9. Die Oberfläche 2-3 Mal einschneiden, das gibt die typische Brotzeichnung.
  10. Beide Brotlaibe auf einem Backblech mit dem Geschirrtuch überdeckt noch einmal 30-45 gehen lassen.
  11. Den Ofen auf 190°C vorheizen.
  12. Dann kommen die Brote in den Ofen! Nach ca. 35-45 Minuten sind sie fertig.

Köstlich!