Suppe #3: Curry-Karotte!

Zu Möhren und Suppe fiel mir bislang nicht viel mehr ein, als Möhren-Ingwer-Suppe. Nun habe ich die Suppe etwas abgewandelt: Statt Ingwer gibt es sie nun mit einer Curry-Kokos-Note. Eine wahre Freude!

Am Sonntag habe ich einen wahren Koch-Marathon hingelegt. Gleich vier Dinge hatte ich mir vorgenommen - vornehmlich mit dem Ziel, unter der Woche dann nicht so viel kochen zu müssen: Eine wärmende Suppe, eine Gemüse-Tarte mit meiner neuen Springform, ein Kartoffel-Gratin mit Rote Beete und eine Süßigkeit in Form von schottischem Shortbread.

Zumindest das Frühstück wollte ich serviert bekommen. Daniel und ich radelten zum Frühstück ins Hamburger Schanzenviertel. Im Transmontana, dem Portugiesen mit dem leckersten Toast und dem schlechtesten Kaffee, kann man in der Herbstsonne der vorbeilaufenden Schickeria und Alternativa beim Flanieren zuschauen. Wann immer ich mich nach Portugal und Toast sehne und dies mit Sonne verbinden möchte, kehre ich hier ein. Zwar sage ich mir jedes Mal, ich müsste auch mal einen der anderen Portugiesen ausprobieren (nicht umsonst nennt man das Schulterblatt in Hamburg auch 'Galão-Strich'), bislang lande ich jedoch immer wieder im Transmontana.

Nach dem Ausflug in die portugiesische Sonne kehrte ich zurück an den Herd und begann mit der Arbeit. Ich hatte mir kürzlich in der Bibliothek ein Ayurveda-Kochbuch ausgeliehen und einige Rezepte ausprobiert - unter anderem ein mildes Curry-Rezept. Es war das erste Mal, dass ich eine Gewürzmischung selbst zubereitet habe. Meine Nase möchte jetzt nichts anderes mehr: das Aroma der Gewürze ist einfach berauschend. Ich nahm die Curry-Mischung für die Möhrensuppe.

Während die Suppe köchelte, backte ich schottisches Shortbread - kleine Fettbomben, die ebenso schwer im Magen liegen. Auch dieses Rezept hatte ich aus einem ayurvedischen Kochbuch. Die kleinen Bomben sind lecker, sind es aber nicht wert, wiederholt zu werden. Vermutlich fahre ich besser und gesünder wenn ich wieder Rusks oder Cantuccini als Nachmittagssnack backe - oder mir zur Abwechslung herzhafte Kräcker gönne. 

Den Teig für die Tarte hatte ich am Morgen noch vor dem Ausflug zum Transmontana vorbereitet. Nachdem die Suppe fertig war, dünstete ich zwei Mal Gemüse an: Für die Tarte, und für das Gratin. An Nachmittagen wie solchen muss ich etwas Acht geben, dass das Kochen und Backen nicht in Stress ausartet. Die Handgriffe für sich - Gemüse schälen, schneiden, andünsten - empfinde ich als meditativ und erholsam. Stehe ich jedoch den halben Tag in der Küche, so kann das auch anstrengend werden. Ich sorgte also für entspannende Musik und gönnte mir Pausen mit einem Teller frische Möhrensuppe. Am Ende des Tages war dies das Ergebnis:

Mein Highlight blieb die Suppe. Die sanfte Süße der Möhren und Pastinake, die Frische und leichte Säure des Apfels, mit dem Aroma der Curry-Mischung verwöhnten meinen Gaumen regelrecht. Ich garnierte die Suppe mit einem Schuss Olivenöl und etwas Selleriegrün. Suppen! Dafür liebe ich den Herbst!

Möhrensuppe mit einer selbstgemachten Curry-Mischung

Zutaten fürs Curry (ca. 150 g):

  • 1 EL Ghee
  • 2 Zimtstangen
  • 5 EL Koriandersamen
  • 3 EL Cuminsamen
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 1 EL Schwarze Senfsamen
  • 1 EL Methi (Bockshornkleesamen)
  • 1 TL Fenchelsamen
  • 2 EL Kurkuma, gemahlen

 Zutaten für die Suppe:

  • 8-9 Möhren
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 Pastinake
  • 1 Apfel
  • 1 Kartoffel
  • 1 EL Ghee
  • 1 kleine Dose Kokosmilch
  • 1 TL Curry
  • Etwas Garam Masala
  • Etwas Sellerie-Grün
  • Brühe

Zubereitung: ca. 30-40 Minuten:

  1. Für das Curry: Ghee im Topf erhitzen und die Gewürze (bis auf Kurkuma) andünsten und dann abkühlen lassen.
  2. Die Gewürze in einer elektrischen Kaffeemühle mahlen.
  3. Kurkuma untermischen. Fertig!
  4. Für die Suppe: Gemüse und Apfel schälen und würfeln.
  5. Ghee im Topf erhitzen und das Curry leicht andünsten bis sich das Aroma entfaltet.
  6. Gemüsewürfel hinzugeben.
  7. Mit etwas Brühe ablöschen (so, dass das Gemüse leicht mit Flüssigkeit bedeckt ist) und alles zum Kochen bringen.
  8. Auf kleiner Flamme ca. 20 Minuten köcheln lassen.
  9. Das Gemüse mit dem Zauberstab grob oder fein, je nach Vorliebe, pürieren.
  10. Mit Salz und Garam Masala abschmecken.

Genießen!