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Torta di Mandorle

Unverhofft beglückt uns das Wetter mit sommerlichen Temperaturen - und das in Hamburg im September. Grund genug, ein wenig in Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Drei Worte reichen dazu: Torta di Mandorle. Ich vermisse die Pasticceria Tonolo! 

„Learn how to cook like an Italian mama“ - das klingt vielversprechend, dachte ich mir. Dann sah ich: Oha, ein Mürbeteig. Der ist ja nicht ohne. Ich habe gelernt:

  • Die Butter muss kalt sein. Das Eigelb am besten auch.
  • Butter und Mehl zu feinen Bröseln vermischen
  • Der Teig so kurz wie möglich kneten - er soll nur eben zusammenhalten. 

Soweit die Theorie.

Man braucht ein wenig Übung, damit der Teig gut gelingt. Abhalten lassen sollte sich trotzdem niemand. Auch wenn ich selbst jedes Mal (spätestens beim Ausrollen) mit Mürbeteig kämpfe, geschmeckt hat der Kuchen fantastisch. Irgendwann werde auch ich ein besseres Gefühl für die Knetdauer und die Dicke beim Ausrollen bekommen. Dann nämlich ist Mürbeteig ein Gedicht: Ein fester, fein knuspriger Boden. Am besten schmeckt er mit Tartes oder Pies, oder eben mit Mandeltorte à la Mamma.

Der fertige Teig wandert als Kugel erst einmal in den Kühlschrank. Der Teig muss dort eine Stunde kühlen. Ich habe also die Gelegenheit genutzt, und Cantuccini dazwischen geschoben. Die Zutaten ähneln sich, der Ofen musste eh angeheizt werden, und meine Freundin Franzi hatte mir gerade das Rezept geschickt. Ich habe es genau so übernommen, mit einer Einschränkung: Ich habe noch eine Kapsel Kardamom untergemischt. Ich kann es einfach nicht lassen. Cantuccini sind wirklich einfach zu machen. Sie müssen auch nicht so lange im Ofen trocknen wie Rusks, die südafrikanischen Biscotti, so dass niemand wegen der Energiebilanz ein schlechtes Karma befürchten muss.


Am Ende hantierte ich natürlich doch mit zu vielen Blechen, und meine Backerei artete in Stress aus. Zum einen mangels Equipment (Ich kann jetzt sagen, dass Eiweiss mit einem Pürierstab nur teilweise steif wird), zum anderen weil ich vor lauter Schüsseln den Überblick verlor und mich verzettelte. Ich beruhigte mich mit italienischer Schwof-Musik à la Paolo Conte. Daniel hatte beim Frühstück vorgeschlagen, einmal nach Genua zu fahren und ich erinnerte mich an Paolo Contes Genova per noi. Schöner jedoch ist dieser Song:

Zurück zur Mandeltorte und zum Backen: Ich verzichte auf viel Schnickschnack (siehe Pürrierstab), es gibt jedoch zwei Dinge, die mir das Backen oft vereinfacht haben: 

  • Ein Schneebesen, der in der Schüssel stehen bleibt
  • Frischhalte-Folie beim Ausrollen von Teig. Ich lege die Frischhalte-Folie zwischen Teig und Nudelholz und kann so, ohne das Teig am Nudelholz kleben bleibt, einen Teig dünn ausrollen.

Außerdem habe ich mir angewöhnt, die Küche sofort nach einer Back-Orgie sauber zu machen. So klingt ein sonntäglicher Back-Nachmittag  gemütlich mit dem Liebsten auf dem Sofa aus. Eine saubere Küche im Rücken, und mit zwei Stück Torta di Mandorle Italien mal wieder ein Stück näher. Herrlich!

Torta di Mandorle

Zutaten:

 

Für den Mürbeteig:

  • 1 Eigelb
  • 2 EL Puderzucker
  • ca. 65 gr. kalte Butter
  • Etwas Salz
  • 100 gr. Mehl (halb Vollkorn, halb 'normal')
  • 2 EL kaltes Wasser

Für die Füllung:

  • 4 Eier
  • 200 g Amarettini-Kekse
  • 200 g blanchierte Mandeln
  • 150 gr. Zucker
  • Ein Spritzer Whisky

Zubereitung (ca. 3h inklusive Kühl- und Backzeit):

  1. Zunächst den Teig zubereiten: Mehl in eine Schüssel sieben, etwas Salz hinzugeben. Die Butter zügig, so dass sie kalt bleibt, in kleinen Stückchen auf den Mehlberg geben und Mehl und Butter mit den Händen zu kleinen Bröseln vermischen.
  2. Zügig den Zucker, das Eigelb und das Wasser untermischen. Der Teig sollte nur eben verbunden sein und nicht zu lange geknetet werden.
  3. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank eine Stunde gehen lassen.
  4. Währenddessen kann die Füllung zubereitet werden: Die Mandeln kurz anrösten und dann abkühlen lassen.
  5. Die Amarettini am besten direkt in der Packung zu kleinen Bröseln zerdrücken
  6. Die Mandeln mit dem Pürierstab, Stück für Stück, grob zerkleinern.
  7. Den Zucker, die Mandelstücken und Amarettini-Stückchen vermischen und die vier Eier hineinschlagen. Alles zu einer geschmeidigen Paste rühren.
  8. Nach einer Stunde den Teig auf einer mit Mehl bestäubten Fläche dünn ausrollen, so dass der Boden der Form und die Seitenwände mit einer dünnen Mürbeteig-Schicht bedeckt sind.
  9. Den Teig in die Form passen und den Boden vom Mürbeteig mit einer Gabel mehrmals einstechen, damit er beim Backen gleichmäßig durchbackt und keine Blasen wirft. Dann die Füllung darauf verteilen.
  10. Der Kuchen kommt für ca. 30 Minuten bei 180°C in den vorgeheizten Backofen.
  11. Nach dem Auskühlen leicht mit Puderzucker bestäuben.

Fertig! Lecker!