Brot #1: Süßes Zucchini-Brot!

Ich fühle mich kränklich. Kochen ist die beste Medizin, sagt man, Vor allem dann, wenn man, wie ich, klassisches Comfort-food nicht so gut verträgt.

Kochen ist die beste Medizin: Gerade in der ayurvedischen Medizin scheint dieser Satz zu gelten. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, die unterschiedlichen Temperamente zu erkennen: Ich mache mir Sorgen (Vata) und bin gleichzeitig gereizt und frustriert (Pitta), weil mein Magen sich "mal wieder quer stellt". Eigentlich heißt das wohl, ich sollte mit Ruhe, Yoga, Kuschel-Tee und Milchreis oder Kartoffelpüree, Pasta mit Zucchini oder Gnocchi meine Seele pflegen, sprich: Vata und Pitta senken. Leider habe ich ja, wenn es mir schlecht geht, diesen Impuls, lauter Zeug in mich reinzustopfen. Ich versuche, mich abzulenken, indem ich mich meinem neuen Kochbuch widme.

Heaven's Banquet nennt sich das Kochbuch von Miriam Kasin Hospodar, Ayurveda natürlich. Ein blumiger Name, ja, tatsächlich scheint es für meinen Alltag aber passender als das große Ayurveda-Ernährungskochbuch von Kerstin Rosenberg und Hans Heinrich Rhyner, das meine erste Inspirationsquelle war. Das Kochbuch von Rosenberg und Rhyner bietet zwar einige schöne Rezepte und viele hilfreiche Informationen zu ayurvedischer Ernährung allgemein, ließ mich aber mit meinen Sehnsüchten weitestgehend allein. Eine ganze Reihe von Rezepten tauchte einfach nicht auf, sicherlich, weil Ayurveda sie nicht favorisiert. Heaven's Banquet thematisiert das Dilemma, und schon fühle ich mich besser verstanden: 

„Yeast is not a highly favored substance in Ayurvedic cooking. It can contribute to yeast based diseases when impurities from improperly digested food (...) are present in the body (...). At the same time, people who have been raised on yeasted breads eat them as a staple food, without which they feel uncomfortable. Ayurveda is about comfort. Comfort is good. Comfort helps create the biochemical component of bliss, ojas. So what to do? Take measures to reduce or avoid (...) and eat yeasted breads that maximize their good effects and help minimize their less desirable attributes."

So viel zum Comfort-Food Pizza. Insgesamt erinnern mich die Rezepte an mein einstiges Lieblingskochbuch (Madhur Jaffrey's World Vegetarian): us-amerikanisch geprägt, global inspiriert. Als nächstes werde ich wohl das von der Elfenbeinküste stammende Rezept für Avocado-Suppe probieren.

Mein erster Versuch, ein Zucchini-Brot, wurde jedenfalls köstlich. Mehr wie ein Kuchen zwar, herzhaft, nussig und süss, mit einer leicht bitteren Note der Zucchini, habe ich so eine schöne Alternative zum Carrot Cake gefunden.

Das Ablenkungsmanöver gelingt mir leider nicht vollkommen. Auf dem Weg zum Zucchini-Brot kreuzen eine Tüte Katzenpfötchen, drei Rusks, und ein Schüsselchen Toppas meinen Weg. Mein Magen bestraft mich sofort: Alles liegt wie ein Klumpen in meiner Magengegend. Und während das ayurvedische Zucchini-Brot im Ofen gart, sinke ich bei einer Folge True Blood ins ein Essens-Koma. Die Botschaft ist sehr deutlich: Unkontrolliertes Frust-Essen ist keine Lösung, sondern macht alles nur schlimmer. Etwas mehr Geduld, und das Zucchini-Brot hätte alles gewuppt. Es dauert nur 40 Minuten.

Süsses Zucchini-Brot

Zutaten für einen Laib:

  • 2 Cups geriebene Zucchini
  • 1/2 Cup geschmolzenes Ghee oder Butter
  • 3/4 Cup braunen Rohrrohrzucker
  • 1 Cup Vollkornweizen-Mehl
  • 1 Cup Dinkelmehl
  • 2 Teelöffel Weinstein Backpulver
  • 1/2 Teelöffel Backnatron
  • 1 Teelöffel Zimt
  • 1/2 Cup Hafermilch
  • 1/4 Cup Rosinen
  • 1 Cup grob gehackte Mandeln
  • Bei Bedarf etwas Wasser (wenn der Teig zu fest sein sollte)

Zubereitung (ca. 40 Minuten):

  • Den Ofen auf ca. 180 °C vorheizen.
  • Ghee, Zucchini und Zucker vermischen und schaumig schlagen.
  • Die trockenen Zutaten in einer großen Schüssel vermischen. 
  • Die Ghee-Zucchini-Zucker-Mischung dazugeben und alles zu einem gleichmäßigen Teig vermischen. Dann die Mandeln und Rosinen unterheben.
  • Den Teig in eine leicht gefettete Kastenform geben und ca. 40 Minuten backen, bis am Stäbchen beim Test-Piekser in den Laib kein Teig mehr haften bleibt.

Genießen!